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27. Fachtagung Arbeitshygiene und Arbeitsschutz am 15.09.2016 in der IHK zu Köln
Gut 60 Teilnehmer fanden sich im Camphausen Saal der IHK in Köln ein, um eine interessante und lehrreiche Fachtagung mit exzellenten Referenten mit verschiedenen Themen aus dem Bereich Arbeitsschutz und Arbeitshygiene zu verbringen. Nach der Begrüßung durch den DGAH Vorstand Ulrich Bulle sprach Herr Vossler von der IHK Köln ein kurzes Grußwort. Dann übernahm Herr Lutz Lehmann (DGAH) die Moderation der Veranstaltung und Dr. Hans Pfeil startete den Reigen der Fachvorträge mit dem Einstieg in die Arbeitshygiene von der Definition bis zur Ausbildung. Herman Gorter, Arbeitshygieniker aus den Niederlanden, stellte die Situation bezüglich Berufskrankheiten in den Niederlanden dar, welche Probleme sich im Berufskrankheiten Prozess ergeben und wie komplex die Ursachenuntersuchungen sein können. Auch der Einfluss der rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen wurde verdeutlicht. Dies erklärte die Herausforderungen für die Arbeitshygiene in den Niederlanden und gab den Zuhörern einen guten Einblick in die Situation in den Niederlanden. Anschließend ging es mit Prof. Harald Platen und dem Thema Messungen von Schadstoffen am Arbeitsplatz und der Frage, was ist eine qualitativ hochwertige Messung, weiter. Vom rechtlichen Rahmen, der TRGS 402, über Akkreditierung und Konformitätsbewertung bis zu der Frage, wie finde ich das richtige Labor für mich, wurde die Thematik ausführlich abgearbeitet. Hier konnte viel Grundsätzliches über Prüflaboratorien gelernt werden.
Nach einer Mittagspause begann dann der zweite Block mit Dr. Reinhold Merbs und dem Thema Risikokommunikation. Die unterschiedliche Bewertung von Risiken machte er mit wenigen Fragen dem Publikum klar und der mit Beispielen von vielen Ereignissen, die uns alle bekannt waren gespickte Vortrag verhinderte erfolgreich den „Fall ins Suppenkoma“. Der gute Ratschlag für die Risikokommunikation: „Sie müssen nicht alles sagen, was sie wissen, aber was sie sagen, muss stimmen“ wird wohl vielen im Gedächtnis bleiben. Herr Lutz Lehmann sprang dann für die verhinderte Frau Wegner mit dem Vortrag „Beurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz“ ein. Über rechtliche und fachliche Grundlagen ging es zu der entscheidenden Frage, was soll mit der Beurteilung eigentlich erreicht werden, was passiert mit den Ergebnissen? Was ist Belastung, was bedeutet Beanspruchung und was versteht man unter Überforderung oder Unterforderung? Vieles konnte nur kurz angerissen werden und erzeugte eine angeregte Diskussion nach Ende des Vortrags.
Dipl. Ing. Otto Theobald führte uns dann in die Welt der Bakterien, insbesondere der Legionellen im Wasser von Rückkühlwerden und Nassabscheidern. Trotz Vorkommnissen mit Toten ist die gesetzliche Regelungsdichte nicht sehr ausgeprägt, die Infektionsdosis im Aerosol nicht bekannt und das Infektionsrisiko schwierig zu bewerten. Auch die Problematik der Messungen wurde gezeigt und viele Fehlmessungen zeigen falsch negative Ergebnisse, das Thema wird uns also noch weiter beschäftigen. Den Reigen der Fachvorträge beendete Diplom Chemiker Ulrich Bulle mit seinem Bericht über den Explosionsschutz an einer deutschen Hochschule und dem Vergleich der Explosionsrisiken zwischen Hochschule und Industrie. Pragmatische Maßnahmen zur Verringerung der Explosionsrisiken wurden dargestellt. Eine Podiumsdiskussion mit Prof. Platen, Herman Gorter und Dr. Pfeil zum Thema „Arbeitsschutz der Zukunft – mit oder ohne Arbeitshygiene?“ beendete dann eine interessante Fachtagung mit der Erwartung dass die Arbeitshygiene auch in Deutschland eine Zukunft hat.
Der Moderator Lutz Lehmann bedankte sich bei allen Mitwirkenden und konnte bei der Verabschiedung noch verkünden, dass wir am 1. Dezember 2016 uns zum „Kölner Gefahrstofftag“ Jahr in der IHK im Camphausen Saal alle wieder treffen können und dass die Vorträge wie immer auf der DGAH Homepage zur Verfügung gestellt werden.